Top-Story: Seltene Erden: Viele Milliarden an frischem Geld
Von: Christian Scheid
10.03.26 / Die Konsolidierung bei Aktien aus dem Bereich Seltene Erden erwies sich als guter Einstiegszeitpunkt. Doch es besteht weiteres Potenzial nach oben. Da kommt ein neues Zertifikat gerade recht.
Seit unserer Top-Story zu Seltenen Erden in Z.AT 22.2025 hat sich die Story eher verschärft als entspannt. China bleibt das Nadelöhr. Nach dem Trump-Xi-Treffen wurden die Exportabläufe zwar etwas pragmatischer organisiert. Die Kontrollen selbst wurden aber nicht zurückgedreht. Peking hält damit den Hebel weiter in der Hand. Das ist der entscheidende Punkt. Der Westen bekommt etwas mehr Planbarkeit, aber keine echte Versorgungssicherheit. Zudem meldeten US-Zulieferer für Luftfahrt und Halbleiter Ende Februar trotz Handelsfrieden weiter zunehmende Engpässe. Auch das zeigt, wie fragil die Lage bleibt. Gleichzeitig zogen die Preise für NdPr – also Neodym und Praseodym, der wichtigste Rohstoff für Hochleistungsmagnete und damit eine zentrale Kennziffer im Markt für seltene Erden – im Februar auf 123 Dollar je Kilogramm an. Das war der höchste Stand seit Juli 2022 und lag sogar über der vom Pentagon bei MP Materials abgesicherten Preisuntergrenze von 110 Dollar.
Die eigentliche Zäsur kommt aber aus Washington. Die USA fördern den Sektor nicht mehr nur mit Darlehen und Zuschüssen. Der Staat wird selbst zum Investor. Nach dem Einstieg des Pentagon bei MP Materials mit 15 Prozent wurde das Modell Ende Januar auf USA Rare Earth ausgeweitet. Dort will die US-Regierung zehn Prozent übernehmen. Das Gesamtpaket umfasst 277 Mio. Dollar Bundeskapital und 1,3 Mrd. Dollar an besichertem Fremdkapital. Damit wird der Staat nicht nur Helfer, sondern Ankeraktionär und Taktgeber beim Aufbau einer heimischen Lieferkette. Passend dazu hat USA Rare Earth nun auch den restlichen Anteil an Round Top in Texas übernommen und den Produktionsstart auf Ende 2028 vorgezogen. Das Projekt gilt als eine der wichtigsten westlichen Quellen für schwere Seltene Erden.
Noch wichtiger ist der institutionelle Unterbau. Mit „Project Vault“ haben die USA Anfang Februar ein strategisches Rohstofflager im Volumen von rund zwölf Mrd. Dollar gestartet. Dahinter stehen zehn Mrd. Dollar der EXIM Bank und zusätzlich privates Kapital. Parallel wird die Gegenstruktur zu China international verbreitert. Die US-Regierung stellte dem brasilianischen Produzenten Serra Verde 565 Mio. Dollar zur Verfügung und sicherte sich dabei sogar die Option auf eine Minderheitsbeteiligung. Hinzu kommen neue Rohstoffabkommen wie der Investitionsrahmen mit Usbekistan. Washington versucht also nicht nur, einzelne Minen zu finanzieren. Es entsteht ein staatlich gelenktes Netzwerk aus Beteiligungen, Kreditlinien, Lagerhaltung und politischen Partnerschaften.
An der Börse ging es nach dem Hype Mitte vergangenen Jahres und der anschließenden Konsolidierung weiter bergauf. Beim empfohlenen Partizipationszertifikat (ISIN DE000VK9VM18) auf den Solactive Rare Earth & Minerals Index von Vontobel steht ein Plus von gut 27 Prozent zu Buche. Gemischt fällt das Fazit mit Blick auf Einzelaktien aus: Während MP Materials seit Anfang November nur gut sechs Prozent im Plus liegt, hat Lynas deutlich stärker, um ein Drittel, zugelegt. Arafura dagegen ist noch kaum vom Fleck gekommen. Das zeigt, dass Diversifizierung sinnvoll ist. Der Solactive Rare Earth & Minerals Index ermöglicht genau ein solches Investment im Bereich „seltene Erden und kritische Mineralien“.
Mit dem Solactive Rare Earths Top 15 Index von Société Générale ist nun ein weiteres Zertifikat neu im Angebot (ISIN DE000FE0G5N1). Berücksichtigt werden hier ausschließlich Aktien aus den entwickelten Märkten Nordamerika, Europa und Australien, die mindestens 100 Mio. Dollar Free-Float-Börsenwert erreichen und ausreichend liquide sind. Zudem kommen nur Unternehmen aus den Sektoren Bergbau sowie verarbeitende Industrie infrage. Die eigentliche Auswahl erfolgt über den hauseigenen ARTIS-Algorithmus von Solactive. Dieser durchforstet öffentlich verfügbare Informationen und identifiziert Firmen mit relevantem Bezug zu seltenen Erden. Erfasst werden dabei drei Bereiche: Förderung und Projektentwicklung, Verarbeitung und Materialproduktion sowie Anwendungen wie Magnettechnologien. Insgesamt umfasst der Index 15 Aktien. Die Gewichtung richtet sich nach dem thematischen Score, wobei kein Einzeltitel mehr als zehn Prozent erreichen darf. Der Auswahlprozess ist damit vollständig regelbasiert.
Seit unserer Top-Story zu Seltenen Erden in Z.AT 22.2025 hat sich die Story eher verschärft als entspannt. China bleibt das Nadelöhr. Nach dem Trump-Xi-Treffen wurden die Exportabläufe zwar etwas pragmatischer organisiert. Die Kontrollen selbst wurden aber nicht zurückgedreht. Peking hält damit den Hebel weiter in der Hand. Das ist der entscheidende Punkt. Der Westen bekommt etwas mehr Planbarkeit, aber keine echte Versorgungssicherheit. Zudem meldeten US-Zulieferer für Luftfahrt und Halbleiter Ende Februar trotz Handelsfrieden weiter zunehmende Engpässe. Auch das zeigt, wie fragil die Lage bleibt. Gleichzeitig zogen die Preise für NdPr – also Neodym und Praseodym, der wichtigste Rohstoff für Hochleistungsmagnete und damit eine zentrale Kennziffer im Markt für seltene Erden – im Februar auf 123 Dollar je Kilogramm an. Das war der höchste Stand seit Juli 2022 und lag sogar über der vom Pentagon bei MP Materials abgesicherten Preisuntergrenze von 110 Dollar.
Die eigentliche Zäsur kommt aber aus Washington. Die USA fördern den Sektor nicht mehr nur mit Darlehen und Zuschüssen. Der Staat wird selbst zum Investor. Nach dem Einstieg des Pentagon bei MP Materials mit 15 Prozent wurde das Modell Ende Januar auf USA Rare Earth ausgeweitet. Dort will die US-Regierung zehn Prozent übernehmen. Das Gesamtpaket umfasst 277 Mio. Dollar Bundeskapital und 1,3 Mrd. Dollar an besichertem Fremdkapital. Damit wird der Staat nicht nur Helfer, sondern Ankeraktionär und Taktgeber beim Aufbau einer heimischen Lieferkette. Passend dazu hat USA Rare Earth nun auch den restlichen Anteil an Round Top in Texas übernommen und den Produktionsstart auf Ende 2028 vorgezogen. Das Projekt gilt als eine der wichtigsten westlichen Quellen für schwere Seltene Erden.
Noch wichtiger ist der institutionelle Unterbau. Mit „Project Vault“ haben die USA Anfang Februar ein strategisches Rohstofflager im Volumen von rund zwölf Mrd. Dollar gestartet. Dahinter stehen zehn Mrd. Dollar der EXIM Bank und zusätzlich privates Kapital. Parallel wird die Gegenstruktur zu China international verbreitert. Die US-Regierung stellte dem brasilianischen Produzenten Serra Verde 565 Mio. Dollar zur Verfügung und sicherte sich dabei sogar die Option auf eine Minderheitsbeteiligung. Hinzu kommen neue Rohstoffabkommen wie der Investitionsrahmen mit Usbekistan. Washington versucht also nicht nur, einzelne Minen zu finanzieren. Es entsteht ein staatlich gelenktes Netzwerk aus Beteiligungen, Kreditlinien, Lagerhaltung und politischen Partnerschaften.
An der Börse ging es nach dem Hype Mitte vergangenen Jahres und der anschließenden Konsolidierung weiter bergauf. Beim empfohlenen Partizipationszertifikat (ISIN DE000VK9VM18) auf den Solactive Rare Earth & Minerals Index von Vontobel steht ein Plus von gut 27 Prozent zu Buche. Gemischt fällt das Fazit mit Blick auf Einzelaktien aus: Während MP Materials seit Anfang November nur gut sechs Prozent im Plus liegt, hat Lynas deutlich stärker, um ein Drittel, zugelegt. Arafura dagegen ist noch kaum vom Fleck gekommen. Das zeigt, dass Diversifizierung sinnvoll ist. Der Solactive Rare Earth & Minerals Index ermöglicht genau ein solches Investment im Bereich „seltene Erden und kritische Mineralien“.
Mit dem Solactive Rare Earths Top 15 Index von Société Générale ist nun ein weiteres Zertifikat neu im Angebot (ISIN DE000FE0G5N1). Berücksichtigt werden hier ausschließlich Aktien aus den entwickelten Märkten Nordamerika, Europa und Australien, die mindestens 100 Mio. Dollar Free-Float-Börsenwert erreichen und ausreichend liquide sind. Zudem kommen nur Unternehmen aus den Sektoren Bergbau sowie verarbeitende Industrie infrage. Die eigentliche Auswahl erfolgt über den hauseigenen ARTIS-Algorithmus von Solactive. Dieser durchforstet öffentlich verfügbare Informationen und identifiziert Firmen mit relevantem Bezug zu seltenen Erden. Erfasst werden dabei drei Bereiche: Förderung und Projektentwicklung, Verarbeitung und Materialproduktion sowie Anwendungen wie Magnettechnologien. Insgesamt umfasst der Index 15 Aktien. Die Gewichtung richtet sich nach dem thematischen Score, wobei kein Einzeltitel mehr als zehn Prozent erreichen darf. Der Auswahlprozess ist damit vollständig regelbasiert.
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