Top-Story: Künstliche Intelligenz: Tempolimit für die Maschinen
Von: Christian Scheid
22.09.26 / Die Entwickler selbst bremsen: Anthropic-Chef Dario Amodei fordert eine Pause bei den stärksten Modellen. Der Nasdaq sackte daraufhin ab. Wir halten den KI-Trade für intakt und setzen auf Indexlösungen.
Die Forderung nach einem langsameren Tempo bei KI kommt von den Entwicklern selbst. Dario Amodei, Chef von Anthropic, hat in einem Paper eine koordinierte Pause bei den leistungsstärksten Modellen verlangt. Sein Argument: In sechs bis zwölf Monaten könnte ein Schwarm autonomer KI-Systeme das Internet übernehmen und Hunderte Mrd. Dollar Schaden anrichten. Seit dem Sommer verbessert sich KI-Software eigenständig. Sam Altman von OpenAI schloss sich an, Elon Musk kommentierte knapp: „Dario hat recht.“ Aus Washington kam Widerspruch. Donald Trump lehnt eine Entschleunigung ab. Man liege bei KI vor China, und wer KI gewinne, gewinne, sagte der Präsident. Die Börse reagierte empfindlich. Am Nasdaq kam es zu einem Ausverkauf. Halbleiterwerte wie Marvell, SK Hynix und Micron verloren jeweils sechs Prozent, Nvidia und Broadcom drei Prozent. Zusätzliche Unruhe stiftete die Verschiebung des OpenAI-Börsengangs auf das Jahr 2027.
Doch die Debatte ist differenzierter, als es die Kursverluste nahelegen. Der Kernvorschlag sieht unabhängige Bewertungen der Modelle durch Dritte vor, nicht einen abrupten Stopp der Investitionen. Die US-Bank Bernstein betont, dass weder geringere Ausgaben noch ein Ende des Trainings gefordert werden. Für die Branche entsteht dennoch ein neues politisches Risiko. Viele sehen in dem Vorstoß den Startschuss für ein Regelwerk zu KI-Sicherheit und Haftung.
Den KI-Trade halten wir dennoch für intakt. Anthropic hält an seinem Nasdaq-Listing im Oktober fest, im Gespräch ist eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar. In der jüngsten privaten Runde stand es mit 965 Mrd. Dollar in den Büchern. Aber: Zwischen Chipherstellern, Rechenzentren, Softwareanbietern und Anwendern liegen sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle. Wer nicht auf einen einzelnen Namen setzen will, fährt mit einer Indexlösung besser.
Ein Weg führt über den Solactive GenerativeAI Technology Performance Index. Er bündelt Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der generativen KI. Ausgewählt werden sie über einen zweistufigen Scoring-Ansatz, der sich bei anderen Technologiethemen bewährt hat. Das passende Zertifikat (ISIN DE000SY6BB07) kommt von Société Générale und kostet 1,5 Prozent pro Jahr. Seit der Emission im Juli 2024 zu 10,10 Euro ist das Papier auf rund 15 Euro geklettert, ein Plus von knapp 50 Prozent.
Breiter aufgestellt ist der Künstliche Intelligenz Index des Anlegermagazins Der Aktionär. Er enthält zwölf Titel entlang der KI-Wertschöpfungskette, die regelmäßig gleich gewichtet werden. Neben Schwergewichten wie Microsoft, Nvidia und Alphabet stehen dort kleinere Anbieter wie Schrodinger, Five9 und Twilio. Diese Mischung federt Rückschläge einzelner Werte ab, ohne auf die großen Profiteure zu verzichten. Investierbar ist der Index über ein Zertifikat (ISIN DE000DA0ABW6) von Morgan Stanley.
Kurzfristig dürfte die Politik für Bewegung sorgen. Kommt ein Regelwerk zu Sicherheit und Haftung, trifft es kleine Anbieter härter als die großen Labore, für die Prüfkosten kaum ins Gewicht fallen. Für Anleger heißt das: Streuung schlägt Einzelwette. Wir bleiben beim Index-Zertifikat auf den KI-Index von Der Aktionär.
Doch die Debatte ist differenzierter, als es die Kursverluste nahelegen. Der Kernvorschlag sieht unabhängige Bewertungen der Modelle durch Dritte vor, nicht einen abrupten Stopp der Investitionen. Die US-Bank Bernstein betont, dass weder geringere Ausgaben noch ein Ende des Trainings gefordert werden. Für die Branche entsteht dennoch ein neues politisches Risiko. Viele sehen in dem Vorstoß den Startschuss für ein Regelwerk zu KI-Sicherheit und Haftung.
Den KI-Trade halten wir dennoch für intakt. Anthropic hält an seinem Nasdaq-Listing im Oktober fest, im Gespräch ist eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar. In der jüngsten privaten Runde stand es mit 965 Mrd. Dollar in den Büchern. Aber: Zwischen Chipherstellern, Rechenzentren, Softwareanbietern und Anwendern liegen sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle. Wer nicht auf einen einzelnen Namen setzen will, fährt mit einer Indexlösung besser.
Ein Weg führt über den Solactive GenerativeAI Technology Performance Index. Er bündelt Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der generativen KI. Ausgewählt werden sie über einen zweistufigen Scoring-Ansatz, der sich bei anderen Technologiethemen bewährt hat. Das passende Zertifikat (ISIN DE000SY6BB07) kommt von Société Générale und kostet 1,5 Prozent pro Jahr. Seit der Emission im Juli 2024 zu 10,10 Euro ist das Papier auf rund 15 Euro geklettert, ein Plus von knapp 50 Prozent.
Breiter aufgestellt ist der Künstliche Intelligenz Index des Anlegermagazins Der Aktionär. Er enthält zwölf Titel entlang der KI-Wertschöpfungskette, die regelmäßig gleich gewichtet werden. Neben Schwergewichten wie Microsoft, Nvidia und Alphabet stehen dort kleinere Anbieter wie Schrodinger, Five9 und Twilio. Diese Mischung federt Rückschläge einzelner Werte ab, ohne auf die großen Profiteure zu verzichten. Investierbar ist der Index über ein Zertifikat (ISIN DE000DA0ABW6) von Morgan Stanley.
Kurzfristig dürfte die Politik für Bewegung sorgen. Kommt ein Regelwerk zu Sicherheit und Haftung, trifft es kleine Anbieter härter als die großen Labore, für die Prüfkosten kaum ins Gewicht fallen. Für Anleger heißt das: Streuung schlägt Einzelwette. Wir bleiben beim Index-Zertifikat auf den KI-Index von Der Aktionär.
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