Top-Story: Künstliche Intelligenz: Der KI-Markt sortiert aus
Von: Christian Scheid
20.10.26 / Gute Nachrichten verpuffen, Zweifel an Rendite und Finanzierung drücken die KI-Aktien. Einzelwerte verlieren bis zu ein Viertel, Indexlösungen kommen fast ungeschoren davon. Die Korrektur bietet Chancen.
Selten lagen gute und schlechte Nachrichten im KI-Sektor so dicht beieinander wie derzeit. Die Börse hörte vor allem auf die schlechten. Laut Financial Times liegt der annualisierte Umsatz von OpenAI bei knapp 50 Mrd. statt der kursierenden 70 Mrd. Dollar, vor allem wegen einer anderen Berechnungsmethode. Broadcom-Chef Hock Tan warnte, viele Investoren wetteten wie im Casino. Knappes Kapital könne zur nächsten Wachstumsgrenze werden. Carlyle-Chefstratege Jason Thomas taxiert den Barwert des KI-Orderbestands von 2,5 Billionen Dollar auf nur rund 375 Mrd. Dollar.
Am deutlichsten zeigt sich die Skepsis bei der Finanzierung. Die Rendite einer CoreWeave-Anleihe, im Juni zu 9,6 Prozent platziert, sprang zeitweise auf über 15 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Gartner erwartet, dass mehr als 80 Prozent der Neoclouds, also spezialisierter Anbieter von KI-Rechenleistung, bis 2030 ihre Unabhängigkeit verlieren. Selbst Anthropic konnte nicht überzeugen. Der Quartalsumsatz stieg um 46 Prozent auf 16,8 Mrd. Dollar, das Wachstum hat sich aber klar verlangsamt. Für eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar reicht das dem Markt nicht.
Dabei läuft das Geschäft der Zulieferer glänzend. Der Chipausrüster ASML setzte im dritten Quartal 11,7 Mrd. Euro um, die Bruttomarge lag bei 57,5 Prozent. Auftragsfertiger TSMC meldete einen Rekordumsatz von rund 46,7 Mrd. Dollar, ein Plus von 51 Prozent, und hob die Investitionsplanung für 2026 auf 60 bis 64 Mrd. Dollar an. Der Laserspezialist Lumentum ist faktisch bis Anfang 2029 ausverkauft. Die positiven Signale kommen also von den Lieferanten, die negativen betreffen die Renditen und die Finanzierung der Käufer. Der Markt bevorzugt derzeit die negative Lesart und beginnt zu sortieren. Seit dem Hoch Anfang Oktober haben CoreWeave und Nebius rund ein Viertel verloren, Lumentum 23 Prozent. Der Halbleiterindex SOX gab gut zwölf Prozent nach, Nvidia gut neun Prozent. Laut Saxo Bank ziehen Investoren profitable Chiphersteller wie TSMC und ASML zunehmend hoch verschuldeten Infrastrukturanbietern vor.
Für Anleger bietet die Korrektur eine Einstiegschance. Sie zeigt aber auch, wie riskant Einzelwetten sind. Indexlösungen streuen dieses Risiko. Die in Zertifikate // Austria in den vergangenen Jahren besprochenen KI-Indizes kamen weitgehend ungeschoren davon. Am besten schlug sich der Tracker auf den Solactive
GenerativeAI Technology Index (ISIN DE000SY6BB07) von Société Générale. Er markierte mitten in der Korrektur ein Rekordhoch und liegt seit Jahresbeginn 20,9 Prozent im Plus. Auch das Zertifikat auf den Künstliche Intelligenz Index (ISIN DE000DA0ABW6) vom deutschen Anlegermagazin Der Aktionär hielt sein Niveau. Seit unserer Empfehlung in Ausgabe 19 hat das Papier gut drei Prozent zugelegt.
Doch auch bei Indizes ist Selektion Trumpf. Der GenAI-Index setzt vor allem auf Software, Cybersicherheit und Plattformen wie Meta, CrowdStrike und Palantir. Das Vontobel-Zertifikat (ISIN DE000VU7H067) auf den Artificial Intelligence Opportunities Index gab dagegen 9,4 Prozent nach, etwa so viel wie Nvidia. Andere KI-Tracker hielten sich zwar, kommen seit Jahresbeginn aber nur auf ein bis drei Prozent. Erste Wahl ist für uns derzeit der GenAI-Tracker.
Am deutlichsten zeigt sich die Skepsis bei der Finanzierung. Die Rendite einer CoreWeave-Anleihe, im Juni zu 9,6 Prozent platziert, sprang zeitweise auf über 15 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Gartner erwartet, dass mehr als 80 Prozent der Neoclouds, also spezialisierter Anbieter von KI-Rechenleistung, bis 2030 ihre Unabhängigkeit verlieren. Selbst Anthropic konnte nicht überzeugen. Der Quartalsumsatz stieg um 46 Prozent auf 16,8 Mrd. Dollar, das Wachstum hat sich aber klar verlangsamt. Für eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar reicht das dem Markt nicht.
Dabei läuft das Geschäft der Zulieferer glänzend. Der Chipausrüster ASML setzte im dritten Quartal 11,7 Mrd. Euro um, die Bruttomarge lag bei 57,5 Prozent. Auftragsfertiger TSMC meldete einen Rekordumsatz von rund 46,7 Mrd. Dollar, ein Plus von 51 Prozent, und hob die Investitionsplanung für 2026 auf 60 bis 64 Mrd. Dollar an. Der Laserspezialist Lumentum ist faktisch bis Anfang 2029 ausverkauft. Die positiven Signale kommen also von den Lieferanten, die negativen betreffen die Renditen und die Finanzierung der Käufer. Der Markt bevorzugt derzeit die negative Lesart und beginnt zu sortieren. Seit dem Hoch Anfang Oktober haben CoreWeave und Nebius rund ein Viertel verloren, Lumentum 23 Prozent. Der Halbleiterindex SOX gab gut zwölf Prozent nach, Nvidia gut neun Prozent. Laut Saxo Bank ziehen Investoren profitable Chiphersteller wie TSMC und ASML zunehmend hoch verschuldeten Infrastrukturanbietern vor.
Für Anleger bietet die Korrektur eine Einstiegschance. Sie zeigt aber auch, wie riskant Einzelwetten sind. Indexlösungen streuen dieses Risiko. Die in Zertifikate // Austria in den vergangenen Jahren besprochenen KI-Indizes kamen weitgehend ungeschoren davon. Am besten schlug sich der Tracker auf den Solactive
GenerativeAI Technology Index (ISIN DE000SY6BB07) von Société Générale. Er markierte mitten in der Korrektur ein Rekordhoch und liegt seit Jahresbeginn 20,9 Prozent im Plus. Auch das Zertifikat auf den Künstliche Intelligenz Index (ISIN DE000DA0ABW6) vom deutschen Anlegermagazin Der Aktionär hielt sein Niveau. Seit unserer Empfehlung in Ausgabe 19 hat das Papier gut drei Prozent zugelegt.
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